Die Geschichte der Schule

Seit 1597 existieren Schulen in unserem Puderbacher Land.

 

Die lokale Schulgeschichte hat ihren Anfang mit der Neubesetzung der Pfarrstelle durch einen gewissen Balthasar Piscator, der vermutlich in seiner Kirchspielschule die Durchsetzung reformatorischer Ideen im Sinne seines Landesherrn Graf Wilhelm IV zu Wied mehr Nachdruck verleihen wollte.

 

Der erste Schulbau in Puderbach stammt nachweislich aus dem Jahre 1603. Im Fürstlich Wiedischen Archiv Neuwied gibt es ein Dokument, das von den Arbeiten in der Höhe von 36 Gulden eines Meister Hamann aus Roßbach berichtet.

Dieses Schulgebäude, von dem hier die Rede ist, das nach Meinung von Pfarrer Piscator besser im Mühldorf (Teil Puderbachs am Holzbach) gebaut worden wäre, stand an der Westseite der alten Kirche.

 

Der Dreißigjährige Krieg ging auch nicht spurlos an Puderbach vorbei. Am 27.April 1628 brandschatzte das „Sültzische Regiment“ die kleine Schule.

Mit dem Westfälischen Frieden kehren auch für die Wiedischen Besitzungen bessere Zeiten ein. Und unter Graf Maximilian Heinrich wurde 1704 sogar eine Schulordnung erstellt.

Eine entscheidende Verbesserung des Schulwesens setzte Fürst Johann Friedrich Alexander in Gang:

Aufgrund seiner persönlichen Beziehung zu Professor Basedow, einem führenden Vertreter einer Pädagogik der Aufklärung, schickte er den Schulmeister Lucas Ecker aus Oberbieber in das „Philanthropin“ nach Dessau. Der erhielt 1767 dort eine praxisbezogene Erziehung. Gleich nach seiner Rückkehr begann Ecker seinen Unterricht, der nach einem genauen Lehrplan erfolgte. Fürst Alexander, den die neuen Methoden überzeugten, ordnete an, nur noch solche Schulmeister anzustellen, die sich drei Monate bei Ecker mit der neuen Methode

Vertraut gemacht hatten.

Ebenso erließ er am 20. Juni 1784 eine neue Schulordnung.

Diese Zeit des pädagogischen Aufschwungs wird unterbrochen, weil auch über die beiden Grafschaften die Auswirkung des ersten Koalitionskriegs hereinbrechen. In Puderbach wird dabei im Jahre 1793 die alte Kirchspielschule von zurückziehenden französischen
Truppen niedergebrannt.




1842 kommt es auf der „Kirchenbitz“ zu einem Schulneubau. Nachdem die räumlichen Verhältnisse in der Puderbacher Kirchspielschule zu beengt wurden, besuchten die Kinder aus Reichenstein, Haberscheid und Strunkeich ab 1858 ihre eigene Schule in Reichenstein. Der Lehrplan der preußischen Elementarschulen, jetzt Volksschulen genannt, erfuhr durch die Allgemeinen Bestimmungen von 1872 durch den Minister Falk eine Um-und Ausgestaltung.


Die Lehrgegenstände werden erweitert durch mehr Sprachunterricht, die Realien und die technischen Fächer. Für die Unterrichtsgestaltung sollten die Prinzipien der Anschauung, Lebensnähe und Selbsttätigkeit maßgebend sein. Aufgrund eines weiteren Schüleranstiegs beschloss der Schulvorstand 1886, erneut eine Schule zu bauen. Ebenso drängte der Kreisschulinspektor auf die Einrichtung einer zweiten Lehrerstelle in Puderbach. Da man sich aber zunächst nicht auf den Standort einigen konnte, wurde es 1891, bis das – heute als das Wilhelminische Gebäude bezeichnete – Schulhaus aus Bruchstein fertig gestellt werden konnte.

Mit dem Artikel 243 der Weimarer Verfassung tritt für die Schulen eine weitere Veränderung ein. Verantwortlich für das gesamte Schulwesen ist der Staat, und konsequenterweise wird die geistliche durch die staatliche Schulaufsicht abgelöst. Dass sich Puderbach in den nächsten Jahren eines weiteren Bevölkerungszuwachses erfreuen konnte, zeigt die dritte Lehrerstelle. Sehr erfreut war jedoch der Schulvorstand darüber nicht, denn die Stelle konnte 1922 erst auf Zwangsanordnung des Landrats erfolgen. Erweiterungs- und Umbaupläne des Schulvorstands von 1930 und 1938 lehnte die Bezirksregierung Koblenz jeweils ab.



Mit der Machtergreifung und dem Beginn der nationalsozialistischen Regierung wird die Entwicklung aller reformpädagogischen Entwicklung schlagartig unterbrochen. Auf ministeriellen Erlass am 15.08.1937 werden öffentliche Konfessionsschulen in so genannte „Deutsche Volksschulen“ umgewandelt, die jeglichen konfessionellen Charakter verlieren.



Im März 1945, mit dem Erscheinen der amerikanischen Truppen, kommt der Unterricht völlig zum Erliegen, kann jedoch bereits am 08.10.1945 unter Aufsicht der französischen Besatzung wieder aufgenommen werden. Am 18. 05.1947 erhielt das neue Bundesland Rheinland-Pfalz seine Verfassung. Danach und nach dem Volksschulgesetz von 1955 bleibt das Schulwesen in der Verantwortung des Landes. In Puderbach erstellte man 1956 für 400.00 DM ein neues Schulgebäude, weil der Bau von 1891 den Anforderungen nicht mehr genügte. Aufgrund einer Initiative des kulturpolitischen Ausschusses des Landes sollten alle siebten und achten Klassen wenig gegliederter Volksschulen in Jahrgangsklassen zusammengeführt werden. Für den Regierungsbezirk Koblenz leistete Puderbach hier Pionierarbeit, denn am 02.05.1962 war die Schule die erste, die den gestellten Forderungen entsprach. Da die Erwartung an diesen Versuch voll erfüllt wurden und auch die Elternschaft von dieser leistungsstärkeren Schule überzeugt war, reichte schon bald der vorhandene Raum nicht mehr aus. Und so musste der zwei Jahre zuvor erstellte Bau um weitere vier Klassen erweitert und das Wilhelminische Schulgebäude renoviert werden. In diesen Jahren erbrachte Puderbach als Beispielschule wichtige Erfahrungen für die geplante Hauptschule in Rheinland-Pfalz.



Am 15.09.1969 konnte in Puderbach das Gebäude der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, das für 4.000.000 DM erstellt worden war, eingeweiht werden. Gleichzeitig war mit dem Bezug des Atriumgebäudes durch die Hauptschule die Grundschule Puderbach entstanden, die seither eigenständig ist. Am 06.11.1974 tritt ein neues Landesgesetzt für Schulen in Kraft. Es hat die richtungsweisende Überschrift: Mitwirkung der Eltern, Schüler und Lehrer an der Gestaltung des Schulwesens. Seit 1990 besteht an der Hauptschule die Möglichkeit, die Mittlere Reife zu erwerben, eine Forderung, die bereits 1974 öffentlich gestellt worden war.



Mit einer Einweihungsfeier wurden im Sommer 1994 umfangreiche Sanierungsarbeiten und die Erweiterung der Schule in einen zeitgemäßen Fachtrakt abgeschlossen. Die Verbandsgemeinde als Schulträger hatte damit die baulichen Voraussetzungen für die Umwandlung der Hauptschule in eine Regionale Schule geschaffen. Die neue Schulform, die ab dem Herbst 1994 in Puderbach eingerichtet wurde, vermittelt in integrativer Form den Haupt- und Realschulabschluss.



Seit August 2002 gibt es an der Schule ein Ganztagsangebot, das inzwischen durchgängig auf allen Stufen eingerichtet ist. Einher gehen mit dem erweiterten Bildungsangebot umfangreiche bauliche Veränderungen im Puderbacher Schulzentrum, indem eine Dreifeldturnhalle, eine Hallenbad und eine Toilettenanlage erstellt wurden

Mit der Bildung einer Arbeitswelt-Klasse (AWK) im August 2006 wird Jugendlichen, die aus verschiedenen Gründen im regulären Schulbetrieb wenig Chancen auf einen Abschluss hätten, in einem zweijährigen Bildungsgang die Perspektive geboten, einen Beruefsreife-Abschuss zu erlangen und gleichzeitg in ein Arbeitsverhältnis entlassen zu werden.

 

Seit 2009 sind wir Schwerpunktschule. D.h., wir setzen in Zusammenarbeit mit den umliegenden Förderschulen die UN-Konvention nach Inklusion um. In enger Zusammenarbeit mit ausgebildeten FörderschullehrerInnen werden Regelschüler und Förderschüler gemeinsam unterrichtet.

 

Ebenfalls seit 2009 wurde unsere pädagogische Ausprägung durch das Projekt "Berufseinstiegsbegleitung" erweitert. Durch eine intensive individuelle Betreuung ausgesuchter Schülerinnen und Schüler werden diese in der Bewerbungsphase unterstützt und bis in die Ausbildung begleitet.

 

Zusätzlich erhält unsere Schule den Zuschlag für ein 1/2 Stelle Schulsozialarbeit.

 

Im Frühjahr 2011 wurde die zentrale Sportanlage komplett saniert. Es steht nun ein Kunstrasenplatz, ein Kleinspielfeld und eine moderne Leichtathletikanlage für den Vereins- uns Schulsport zur Verfügung.

 

Im August 2011 wurden wir im Rahmen der Schulstrukturmaßnahmen des Landes Rheinland-Pfalz in eine Realschule plus umgewandelt. Somit geht die Trägerschaft unserer Schule in die des Kreises Neuwied über.

 

Seit dem Schuljahr 2012/2013 ist unsere Schule eine Realschule Plus in kooperativer Form