Konzeption Schwerpunktschule (Stand 03.2015)

 

Die Realschule plus Puderbach bezieht ihr Schülerschaft voranging aus den drei Grundschulen der Verbandsgemeinde Puderbach. Eine dieser Grundschulen, die benachbarte Holzbachtalschule Puderbach, ist seit 2007 Schwerpunktschule im Primarbereich. Sie arbeitet seit dieser Zeit sehr eng mit der Förderschule Raubach zusammen, ebenfalls eine Schule, die in unmittelbarer Nähe zu Puderbach angesiedelt ist. Diese sicher optimalen Rahmenbedingungen für eine Fortführung der integrativen Arbeit (kurze Wege, gute Kooperation, „man kennt sich“ ...) an unserer Schule führten im Frühjahr 2007 zu einem befürwortenden Gesamtkonferenzbeschluss, der mit der Ernennung zur Schwerpunktschule im Sek. I Bereich im Mai 2007 seinen Abschluss fand. Die bestehende Integrationsarbeit der Holzbachtal-Grundschule im Primarbereich findet somit an unserer Schule seine Fortsetzung im Sek. I Bereich. Der Schulträger unterstützt die pädagogische Weiterentwicklung unsere Schule entsprechend durch die Bereitstellung räumlicher wie finanzieller Mittel.

 

Grundsätze der Integrierten Förderung

 

Unabhängig vom Förderort werden SchülerInnen, bei denen ein sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, nach den entsprechenden Lehrplänen und Richtlinien der zuständigen Förderschule unterrichtet. Die L-SchülerInnen streben einen Abschluss der besonderen Berufsreife an; Bei guten Leistungen ist aber auch das Erreichen des Abschlusses der Berufsreife möglich. Die folgenden Grundsätze gelten für die pädagogische Arbeit mit diesen SchülerInnen:

● Wir sprechen mit den zuständigen Förderschulkollegen die Situation jedes einzelnen Kindes genau durch. In diesen Gesprächen werden die Bedürfnisse bezüglich der Lernumgebung und der Zukunftsprognosen erläutert und abgewogen.

● Wir empfehlen unsere Schule nur als Förderort, wenn wir davon ausgehen können, dass der/die Schüler/in wirklich in die Lernarbeit der Regelklasse einbezogen werden kann. Dazu gehört die grundsätzliche Fähigkeit, sich mit entsprechender personeller Unterstützung in der Organisationsstruktur unserer Schule zurecht zu finden (Fachlehrersystem, Differenzierungen,....). Das weitgehend themengleiche Arbeiten mit den Regelschülern auf allerdings einfacherem Niveau sehen wir ebenfalls als Voraussetzung fur eine gelungene Integration an.

● Wir versuchen, den/die Schüler/in soweit wie möglich an das Regelniveau heranzuführen und beobachten dabei intensiv seine Entwicklung. So werden einerseits Überforderungen vermieden, andererseits wird auf das mögliche Erreichen eines Abschlusses der besonderen Form der Berufsreife bzw. Abschluss der Berufsreife hin gearbeitet.

● Wir behalten fur die Benotung die Lernziele des  Förderschullehrplans im Auge und für Bewertung und Leistungsbeschreibung auch den Lehrplan der Berufsreife. Jedes Kind wird dabei individuell gefördert und gefordert.

● Eine räumliche Differenzierung wird nur in Ausnahmefällen bzw. in Verbindung mit Kleingruppenarbeit vorgenommen um Ausgrenzungen zu vermeiden.

 

 

Organisation der Integrierten Förderung

 

Um einen angemessenen Umfang der Förderung zu garantieren, wurde festgelegt, dass

● die sonderpädagogischen Förderstunden in der Regel nur den I-Klassen zugewiesen werden

● möglichst nicht mehr als drei I-Kinder in einer Klasse sind, was aufgrund demographischer Faktoren bzw. Lehrerstundenversorgung leider häufig nicht zutrifft.

 

Förderpläne

 

Fur jeden/jede I-Schüler/in wird ein IEP (individueller Entwicklungsplan) angelegt. Er enthält

1. das sonderpädagogische Gutachten

2. die Zeugnisse incl. der VB’s (Verbale Beurteilungen)

3. die EP’s (Entwicklungsprotokolle)

4. sonstige relevante Unterlagen.

 

EP’s und VB’s bilden gemeinsam den eigentlichen Förderplan, in dem Erreichtes protokolliert und Grobziele formuliert werden.

 

 

Leistungsbeurteilung

 

lt. Schreiben des Ministeriums vom 24.01.03 mit Anpassungen an die IGSVO anzuwenden: ab dem HJ-Jahreszeugnis 2008 gültig fur alle Klassenstufen (soweit I-Kinder in der Stufe beschult werden)

 

Zielgleich-Zieldifferent

Die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf können in einzelnen Fächern zielgleich unterrichtet werden, das heißt nach dem Bildungsziel der Berufsreife.

In anderen Fächern ist zugleich eine zieldifferente Unterrichtung möglich, das heißt nach dem Bildungsziel der entsprechenden Förderschule.

Dies Unterscheidung nach zielgleichem und zieldifferentem Unterricht wird auf dem Zeugnis sichtbar:

Zielgleicher Unterricht wird nach dem Bildungsziel der Berufsreife benotet.

Bei zielgleichem Unterricht erfolgt bis zum ersten Halbjahr der 8. Klasse eine Verbalbeurteilung in diesen Fächern. Ab dem 2. Halbjahr der 8. Klasse erhalten die SchülerInnen Noten, die dem Bildungsziel der besonderen Form der Berufsreife entsprechen.

 

Mitarbeit und Verhalten

 

In der 5. bis 9. Klasse erfolgen bei Bedarf Verbalbeurteilungen oder Kopfnoten. 

 

Benotung

 

Es können Regelnoten erteilt werden. Diese müssen sich auf den regulären Lehrplan beziehen, wobei die Leistung der I-Kinder denen der übrigen SchülerInnen vergleichbar sein muss. Inwieweit eine Vergleichbarkeit bei Unterstützung durch die PF gegeben ist, liegt im Ermessen des Lehrers. Diese Noten werden in das normale Zeugnisformular ohne einen Zusatz eingetragen.

 

Verbalbeurteilungen

 

Die VB enthalt neben den Mitarbeits-/Verhaltenskomponenten eine Fachleistungsbeschreibung fur alle Fächer.

Fur die Schullaufbahn bedeutet diese Art der Zeugnisausstellung, dass ein/e

Schüler/in, dessen Leistungen sich so steigern, dass nur noch Regelnoten auf

dem Zeugnis stehen, aus dem Gutachtenstatus entlassen ist und einen regulären Abschluss der Berufsreife erhalten kann.

 

Aufgaben und Arbeitsorganisation der Bezugspersonen (Förderschullehrkraft und pädagogische Fachkraft)

 

Die Anwesenheit einer zusatzlichen Betreuung in der I-Klasse kommt bei differenzierten Unterrichtsformen der gesamten Klasse zu Gute, da Kleingruppenförderung leichter durchgeführt werden kann bzw. eine zweite Beraterperson zur Verfügung steht. FörderschullehrerInnen arbeiten darüber hinaus planerisch mit den FachlehrerInnen zusammen. Der Fokus der Bezugsperson liegt aber eindeutig auf der Förderung der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Der Aufbau einer Beziehung ist ein wichtiges pädagogisches Element, gerade in einem großen System:

1. Eine PF (pädagogische Fachkraft) oder eine FörderschullehrerIn wird einer Klasse fest zugeordnet und begleitet diese Klasse und insbesondere die I-Schüler der Klasse als Bezugsperson während der gesamten Laufbahn.

2. Die Bezugsperson arbeitet mit den entsprechenden LehrernInnen im Hinblick auf Differenzierungsmaßnahmen für die I-SchülerInnen (auch im Bereich der Leistungsmessung) kontinuierlich zusammen und unterstützt die Schüler/innen während des laufenden Unterrichts, indem sie z.B.

 o Aufgabenstellungen vereinfacht erklärt,

o bei der Durchführung von Arbeiten den Fortgang unterstützt,

o differenzierte Aufgaben erarbeitet,

o zu schwere Texte reduziert,

o bei Leistungsmessungen durch Bestätigung unterstützt.

3. Die Bezugsperson hält in Absprache mit den Klassenlehrern Kontakt zu den Eltern der I-SchülerInnen

4. Die Bezugsperson führt den individuellen Entwicklungsplan (IEP), der Zeugnisse, Verbalbeurteilungen, ein Entwicklungsprotokoll und andere zur Beschreibung der Entwicklung relevante Informationen enthalt.

 

Aufgaben aller Lehrer

 

Alle Lehrer sind für die besondere Förderung der I-SchülerInnen zuständig:

Sie planen ihren Unterricht so, dass möglichst viele Gelegenheiten zur individuellen Förderung gegeben werden. 

In Fächern, in denen keine Bezugsperson im Unterricht anwesend ist, sind die Lehrer verstärkt für die Differenzierungsmaßnahmen verantwortlich.

Die Lehrer geben den jeweiligen FörderlehrerInnen und den KlassenlehrerInnen  im Schuljahr schriftliche Informationen zur Entwicklung der I-SchülerInnen.

 

Zusammenarbeit und Fortbildung

 

Inklusive Förderung erfordert ein Mehr an Absprachen, Planungen und Fortbildung. Deshalb legen wir Wert darauf, den organisatorischen Rahmen soweit wie möglich so zu gestalten, dass die KollegInnen dazu auch die notwendige Zeit finden.

· KlassenlehrerInnen, FachlehrerInnen, FörderschulkollegenInnen und pädagogische Fachkräfte sprechen sich fortwährend über die Durchführung und Fortführung von Fördermaßnahmen ab

Informationen aus:

 

www.gemeinsamleben-rheinlandpfalz.de;

Integrationskonzept der IGS Hamm;

http://sonderpaedagogik.bildung-rp.de/schwerpunktschulen.html;

http://gswittlich-friedrichstr.bildung-rp.de/index.php